2. Mannschaft siegt gegen die zweite Mannschaft aus Moers mit 5,5-2,5

Der erlösende Befreiungsschlag im Abstiegskampf

Endlich war es so weit: Nach zwei Unentschieden und zwei Niederlagen gelang unserer zweiten Mannschaft der lang ersehnte und hochverdiente Sieg im Abstiegskampf. Dieser Erfolg war nicht nur wichtig für die Tabelle, sondern auch für die Moral – denn erstmals konnten wir uns einen kleinen, aber entscheidenden Abstand zu den Abstiegsrängen erarbeiten.
Schon ein Blick auf die Aufstellungen machte Hoffnung. Bis auf das Brett von Walter Westermann stellten wir an allen Brettern nominell den DWZ-stärkeren Spieler. Damit war klar: Wenn wir unsere Chancen konsequent nutzen, war heute definitiv etwas drin.

Frühe Führung

Ich selbst durfte den Anfang machen und brachte unsere Mannschaft früh in Führung. Mein Gegner eröffnete mit 1.c4, sodass ich – zur allgemeinen Erleichterung – nicht erneut zur Skandinavischen Verteidigung greifen musste. Ich kam gut aus der Eröffnung heraus, konnte meine Figuren aktiv entwickeln und erreichte bereits früh eine klar bessere Stellung.
Als mein Gegner versuchte, einen Gegenangriff aufzubauen, entschied ich mich für die lange Rochade, um meinen König aus der Gefahrenzone zu bringen. Dabei kam es zu einer kuriosen Situation: Wir kontrollierten beide mehrfach die Notation, da wir uns nicht sicher waren, ob die Rochade zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch erlaubt war – sie war es. Mit diesem Zug konnte ich den gegnerischen Angriff endgültig im Keim ersticken. Mein Gegner versuchte zwar noch, Widerstand zu leisten, musste sich aber schließlich geschlagen geben.
Wie so oft war meine Partie allerdings recht kompliziert, sodass ich mich in der Anfangsphase nicht voll auf die übrigen Bretter konzentrieren konnte. Daher folgt auch dieses Mal nur ein etwas knapperer Überblick über die restlichen Partien.

Klare Siege, bittere Niederlage und hart erkämpfte Remisen

Sebastian Faupel spielte eine sehr überzeugende Partie. Er entwickelte sich ruhig und solide, gewann zunächst einen Bauern und verwertete diesen Vorteil anschließend souverän bis zum Partiegewinn.
Waldemar Stetinger hatte es heute leider schwer. Sein Gegner wählte eine Eröffnung, mit der Waldemar nicht vertraut war. Schritt für Schritt geriet er unter Druck. Sein einziger ernstzunehmender Gegenangriff wurde vom Gegner sicher abgewehrt, sodass Waldemar sich schließlich geschlagen geben musste.
Semir Nurovic sorgte erneut für eine ungewöhnliche Partie. Wie schon öfter eröffnete er mit dem kuriosen Zug Springer nach h3. Sein Gegner ließ sich davon jedoch nicht irritieren und startete einen energischen Angriff am Königsflügel. Semir verteidigte sich lange sehr zäh, musste schließlich jedoch eine Qualität opfern. Dennoch hielt er die Stellung weiterhin geschlossen und wartete geduldig auf seine Chance. Als der Gegner schließlich die Stellung öffnete, konnte Semir zum Gegenangriff übergehen. Der Gegner wollte an dieser Stelle kein Risiko eingehen und bot Semir das Unentschieden an.
Auch Gerhard Lohmann steuerte ein Remis bei. Seine Partie verlief von der Eröffnung über das Mittelspiel bis hinein ins Endspiel sehr ausgeglichen. Nachdem ein erstes Remisangebot noch abgelehnt worden war, einigte man sich wenig später auf ein leistungsgerechtes Unentschieden.

Endlich belohnt: Siege an den hinteren Brettern

Walter Westermann, der in dieser Saison bereits mehrfach Pech hatte und trotz guter Stellungen oft nur Remis erzielte, spielte diesmal eine sehr konzentrierte Eröffnung. Die Stellung blieb lange ausgeglichen, und Walter war früh auf einen Damentausch aus. Sein Gegner jedoch suchte den Angriff – und überzog diesen deutlich. Walter verteidigte sich umsichtig, behielt die Übersicht und profitierte schließlich von den Fehlern seines Gegners, der die Partie nicht mehr retten konnte und aufgab.
Andreas Mischke absolvierte heute seine erste Saisonpartie für uns als Ersatzspieler – und zeigte eindrucksvoll, dass man sich auf ihn verlassen kann. Im Mittelspiel gewann er zwei Leichtfiguren für einen Turm und stand damit klar besser. Ruhig und konzentriert spielte er weiter, sammelte zusätzliche Bauern ein und übernahm zunehmend die vollständige Kontrolle über die Partie. Sein Gegner sah schließlich keine Verteidigungsmöglichkeiten mehr und gab auf.

Dramatisches Finale bei Manfred Kubiak

Als letzter spielte Manfred Kubiak – und auch er zeigte über weite Strecken eine sehr starke Leistung. Nach einer guten Eröffnung und einem soliden Mittelspiel entstand eine Stellung mit zwei Leichtfiguren gegen einen Turm. Im weiteren Verlauf stellte der Gegner sogar noch seinen Turm ein, sodass eigentlich alle von einer baldigen Aufgabe ausgingen.
Doch der Gegner entschied sich, mit Turm und zwei Mehrbauern gegen Manfreds Turm und zwei Springer weiterzuspielen. In diesem Moment wollte Manfred es besonders einfach machen und opferte zunächst den einen, dann auch den zweiten Springer gegen die Bauern. Objektiv war die Stellung weiterhin klar gewonnen: Manfred verfügte über Turm und drei Bauern gegen Turm und zwei Bauern, zudem war der gegnerische König weit abgeschnitten – eigentlich ein triviales Endspiel.
Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt bereits über fünf Stunden Schach gespielt, und die Konzentration ließ verständlicherweise nach. Manfred entschied sich schließlich für einen Turmtausch, wodurch der gegnerische König rechtzeitig hinter die letzten Bauern gelangen konnte. Das Endspiel endete überraschend remis. Ehrlicherweise muss man sagen: In einer Blitzpartie würde Manfred diese Stellung vermutlich in einer Minute gewinnen – doch nach mehreren Stunden intensiven Spiels kann die Konzentration eben nachlassen.

Ausblick

Unterm Strich stand dennoch ein enorm wichtiger Mannschaftssieg, der uns im Abstiegskampf deutlich Luft verschafft. Weiter geht es am 08. Februar mit dem Auswärtsspiel in Uedem. Sollten wir auch dort erfolgreich sein, können wir die Abstiegssorgen für diese Saison endgültig ad acta legen.